Unterdruck

Ein Unterdruckraum umfasst ein Belüftungssystem, das so ausgelegt ist, dass Luft über die Flure oder angrenzenden Bereiche in den Unterdruckraum strömt. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass kontaminierte Luft nicht aus dem Unterdruckraum in andere Bereiche der Einrichtung entweichen kann.

Die natürliche Strömungsrichtung von Luft erfolgt von Bereichen mit hohem Druck in Bereiche mit niedrigem Druck. Bei einem Unterdruck entsteht ein kontinuierlicher Luftstrom unter der Tür hindurch in den Raum. Auf diese Weise wird verhindert, dass in der Luft befindliche Partikel aus dem Raum in den Flur gelangen. Ein gängiges Beispiel für einen Unterdruck ist ein Badezimmer mit Lüfter. Bei ordnungsgemäßem Betrieb und geschlossener Tür verhindert der Lüfter, dass Gerüche und Feuchtigkeit ungewollt entweichen können.

Unterdruck wird über das Belüftungssystem so erzeugt, dass mehr Luft mechanisch dem Raum entzogen als zugeführt wird. Das dabei entstehende Belüftungsungleichgewicht wird dadurch ausgeglichen, dass kontinuierlich Luft von außerhalb des Raums in den Raum gesogen wird. In einem gut gestalteten Unterdruckraum strömt diese Luft durch einen (in der Regel gut einen Zentimeter breiten) Schlitz unter der Tür in den Raum. Mit Ausnahme dieses Luftschlitzes sollte der Raum so luftdicht wie möglich sein, damit keine Luft durch Risse und Ritzen, beispielsweise rund um Fenster, Leuchten und Steckdosen, einströmen kann. Derartige Lecks können den Unterdruck im Raum trotz Belüftungsanlage zunichte machen.

Die mindestens zur Erzeugung und Aufrechterhaltung des Unterdrucks benötigte Druckdifferenz ist sehr klein (0,0254 mm Wassersäule). Der tatsächlich erzeugte Unterdruck hängt ab vom Unterschied zwischen dem Abluft- und Zuluftvolumen der Belüftungsanlage und der Gestaltung des Raums (wie und durch welche Öffnungen strömt die Luft?). Bei gut abgedichteten Räumen lässt sich ein Unterdruck von mindestens 0,0254 mm Wassersäule problemlos erzielen. Bei schlecht abgedichteten Räumen, wie dies in zahlreichen (besonders in älteren) Einrichtungen der Fall ist, kann das Belüftungssystem keine so hohe Differenz zwischen Zu- und Abluft erzeugen.

Um einen Unterdruck in einem Raum mit normal funktionierendem Belüftungssystem zu erreichen, wird ein Abluftstrom erzeugt, der 10 %, mindestens aber 85 Kubikmeter pro Stunde größer als der Zuluftstrom ist. In den meisten Situationen müsste hierbei ein Unterdruck von mindestens 0,0254 mm Wassersäule erzielt werden. Sollte dies nicht der Fall ist und der Unterschied des Strömungsvolumens aufgrund von Einschränkungen des Belüftungssystems nicht erhöht werden können, muss der Raum auf undichte Stellen (Türen, Fenster, Öffnungen in der Wand) untersucht werden. Eventuelle Undichtigkeiten müssen beseitigt werden.

Der Unterdruck in einem Raum wird durch einen anderen Betrieb des Belüftungssystems oder durch das Öffnen und Schließen von Türen und Fenstern beeinflusst. Wenn eine Betriebskonfiguration festgelegt wurde, müssen sämtliche Türen und Fenster im Unterdruckraum und in anderen Bereichen (z. B. Flurtüren, die sich auf den Luftdruck auswirken) ordnungsgemäß geschlossen sein und nur noch kurz zum Betreten bzw. Verlassen des Raums oder Bereichs geöffnet werden.

Rauchtest

Ein Rauchtest ist ein einfaches Verfahren zur Klärung der Frage, ob in einem Raum ein Unterdruck herrscht. Der Rauchspender wird außen rund 5 cm vor der Tür des Unterdruckraums am Boden positioniert. Durch Drücken des Ballons wird eine kleine Menge Rauch ausgegeben. Der Rauchspender wird dabei parallel zur Tür gehalten, und der Rauch muss langsam austreten, damit die Bewegung des Rauchs durch die Geschwindigkeit der Luft beeinflusst wird. Wenn im Raum Unterdruck herrscht, bewegt sich der Rauch unter der Tür durch in den Raum hinein. Wenn im Raum kein Unterdruck herrscht, bewegt sich der Rauch gar nicht oder vom Raum weg.

Der Test muss bei geschlossener Tür vorgenommen werden. Die Fenster im Raum müssen geschlossen sein. Eventuell vorhandene Raumluftreiniger (Abzugshauben oder Biosicherheitskammern) müssen eingeschaltet sein. Wenn es einen zusätzlichen Vorraum gibt, muss die Druckdifferenz zwischen Flur und Vorraum und anschließend zwischen Vorraum und Raum geprüft werden.

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